Hier die Stellungnahme des SK Rapid:
ZitatAlles anzeigenStellungnahme zu den Vorkommnissen bei PAOK - SCR
Szenen, die kein Fußballfan und auch sonst kein normaler Mensch erleben möchte, spielten sich gestern im Vorfeld der Europacup-Begegnung zwischen PAOK Thessaloniki und dem SK Rapid um und im berüchtigten Toumba-Stadion ab. Der SK Rapid möchte auf diesem Weg Stellung zu den Vorkommnissen nehmen. Vorab möchten wir feststellen, dass die Zusammenarbeit mit den Vereinsverantwortlichen des gastgebenden Klubs prinzipiell sehr gut und von gegenseitigem Respekt geprägt war. Wir gehen davon aus, dass diese alles in ihrer Macht stehende versucht haben, um ein reibungsloses Spiel und auch den Schutz der aus Wien angereisten Zuschauer zu gewährleisten.
Dass dies schlussendlich nicht gelungen ist, ist bedauerlich und sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass ein Teil der Anhänger des gastgebenden Klubs die Rapid-Anhänger (und teilweise auch Offiziellen und Spieler) mit kaum vorstellbarem Hass empfingen. Nachdem es bereits am späten Nachmittag im Stadtzentrum zu einem regelrechten Angriff auf dort versammelte grün-weiße Anhänger kam (der aber glücklicherweise schlussendlich glimpflich ablief und nach dem „nur“ ein Österreicher mit Schnittverletzungen im Krankenhaus stationär behandelt werden musste), eskalierte die Lage nach der Ankunft der insgesamt 14 Fanbusse beim Toumba-Stadion zusehends.
Direkt nach Ankunft der Gefährte wurden diese über einen großen Polizeiwagen, der als Schutz beim Eingang platziert wurde, massiv von PAOK-Anhängern unter Beschuss genommen. Dabei kamen Ziegelsteine, pyrotechnische Gegenstände, Bänke und sogar zwei Molotow-Cocktails, die wenige Meter neben den Bussen detonierten und einen regelrechten Krater in den Asphalt schlugen, zum Einsatz. Zudem wurden auch Scheiben bei Bussen mit Steinen eingeschossen und setzte die Polizei, die allerdings im Stadion offensichtlich ebenso wie die Ordner in relativ geringer Zahl anwesend war, wiederholt Tränengas ein.
Rapid verurteilt diese Vorfälle auf das Schärfste und es ist wohl nur einer riesigen Portion Glück zu verdanken, dass auch in dieser Situation keine gröberen Verletzungen zu beklagen waren, da gerade in der Situation mit den Molotow-Cocktails die dort anwesenden Personen größter Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt waren.
Doch dies alles legitimiert nicht das Abschießen von Leuchtstiften (Raketen), die leider kurze Zeit später aus dem Rapid-Sektor in die benachbarten Zuschauerränge gefeuert wurden. Hier hat ein sehr kleiner Teil der rund 800 aus Österreich angereisten Besucher absolut verantwortungslos gehandelt. Rapid lehnt den Einsatz dieser zurecht streng verbotenen pyrotechnischen Gegenstände - so wie wohl 99 Prozent der grün-weißen Anhänger - kategorisch ab. Dies nicht erst seit jenem Tag, als im Hanappi-Stadion aus dem Gästesektor solche gefährlichen Utensilien in den damaligen Kindersektor abgefeuert wurden! Klar ist, dass all jene, denen nachgewiesen werden kann, dass sie solche Leuchtstifte abschossen, mit jenen Konsequenzen rechnen müssen, die dem Verein auszusprechen möglich sind. Dazu zählt selbstverständlich ein langfristiges Stadionverbot und Rapid hofft sehr auf alle verfügbaren Informationen der griechischen Behörden. Es ist durchaus im Bereich des Möglichen, dass für das Abschießen der Leuchtstifte "nur" eine Handvoll Personen verantwortlich sind, die Daten von fünf Personen wurden Rapid auch bereits übermittelt.
Welche Konsequenzen die gestrigen Vorfälle für die Vereine, insbesondere Rapid, haben, ist noch offen. Dass Rapid zumindest finanzielle Sanktionen bevorstehen, ist zu befürchten und es ist schade, dass dies durch einen verschwindend kleinen Teil angereister Personen in Thessaloniki zustande kam.
Es ist zu erwarten, dass Rapid noch am heutigen Freitag von der UEFA zu einer Stellungnahme bezüglich der gestrigen Ereignisse aufgefordert wird, bis wann diese abgegeben werden muss, ist allerdings noch nicht bekannt.
Trotz der gestrigen Vorfälle appelliert der SK Rapid an alle Stadionbesucher sich sportlich fair zu verhalten und auf jeglichen Einsatz von verbotenen pyrotechnischen Gegenständen zu verzichten. Gerade im Fall von Leuchtstiften und Böllern, denn neben den zu erwartenden Strafen der UEFA sind Stadionbesucher massiv gefährdet und dies ist keineswegs akzeptabel. Wir möchten abschließend darauf hinweisen, dass der SK Rapid die UEFA über die unglaublichen Ereignisse im Vorfeld der Begegnung informiert hat und möchten uns auf diesem Weg bei all jenen Rapid-Anhängern, die trotz der widrigen Umstände ihre Mannschaft gestern unterstützt haben, bedanken!
Quelle: www.skrapid.at
gibt es doch sicher schöneres zu tun 