Die Welle heimtückischer Gewalt begann im Sommer 1903, zunächst nur in New York, später in den ganzen USA. Bomben explodierten, Menschen wurden auf offener Straße mit dem Tod bedroht. Im New Yorker Stadtteil Little Italy entdeckten die Ermittler Leichen, die in Schornsteine gepresst worden waren und in der Sommerhitze verwesten. Meist hatten die Opfer Drohbriefe mit horrenden Lösegeldforderungen erhalten, denen eines gemeinsam war: Am Ende war mit Tinte ein Symbol aufgemalt - eine schwarze Hand
Inzwischen wurden geschätzte 90 Prozent aller italienischen Immigranten in New York erpresst. Die Furcht griff so sehr um sich, dass sogar ein Markt für Versicherungen gegen Angriffe der "Schwarzen Hand" entstand.
Die New Yorker blickten immer misstrauischer auf italienische Immigranten. Hatten 1850 erst rund 800 Italiener in der Stadt gelebt, waren es 1910 schon eine halbe Million. Viele Bürger forderten, die Einwanderung zu stoppen. Die Wurzeln der "Schwarzen Hand" ließen sich bis ins Jahr 1750 nach Sizilien und in das damalige Königreich Neapel zurückverfolgen. Die Erpressungen in den USA betrieb ein weitverzweigter Clan sizilianischer Emigranten, der Vorläufer einer der fünf Familien der Cosa Nostra war. Joseph Petrosino - er war 1883 als einer der ersten Italiener zum NYPD gekommen und hatte schnell Karriere gemacht, ab 1895 als Leiter der Mordkommission. Im Kampf gegen die "Schwarze Hand" griff Petrosino zu ungewöhnlichen Mitteln und wurde zu einem Pionier bei der Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Er nutzte zahlreiche Verkleidungen, tarnte sich als Klempner, Gangster, orthodoxer Jude, blinder Bettler oder katholischer Priester. Und er hatte zunehmend Erfolg - in seiner Karriere schickte er Hunderte Ganoven auf den elektrischen Stuhl oder in das berüchtigte Gefängnis Sing Sing. Er war auch eng mit dem berühmten italienischen Tenor Enrico Caruso befreundet, der ebenfalls zum Opfer der "Schwarzen Hand" wurde: Als Caruso ein Gastspiel an der Metropolitan Opera gab, verlangten die Erpresser von ihm 2000 Dollar. Der Sänger bezahlte sofort.Als das bekannt wurde, bekam Caruso unzählige weitere Drohbriefe. Auch die ersten Erpresser meldeten sich noch einmal - und verlangten diesmal 15.000 Dollar. Verzweifelt wandte sich Caruso an Petrosino, der bei einer fingierten Übergabe die Täter verhaften konnte ![]()
Nette Story, weiterlesen auf:
http://www.spiegel.de/einestag…-der-mafia-a-1185882.html
Servus, klaus54 ![]()