Hoch im Norden liegt ein Land so kalt und hart, dass hier Mut und Ausdauer allein nicht reichen. Wer sich den Yukon zur Heimat macht,
braucht vor allem: eine Vision.
Hundert Mal ist Craig Unterschute schon über den Berg geflogen, den sie den Grabstein nennen, aber
dieses Mal entschließt er sich dazu, etwas zu tun, das er noch nie getan hat. "Wahrscheinlich keine gute Idee", knistert seine Stimme über den
Kopfhörer, als er auf einen Gipfel direkt an der Seite des Grabsteins zusteuert. Dann fängt er an, das Flugzeug langsam zu kippen, bis die Zeiger
der Instrumente im Cockpit sich drehen und er fast senkrecht in der Luft sitzt. Fast 20.000 Stunden hat der bullige Pilot in der Luft verbracht.
Das sind zweieinhalb seiner 61 Jahre. Er ist in Saskatchewan geflogen, in British Columbia und überall im hohen Norden. Nirgendwo sei es so
wie im Yukon, sagt er. "Für einen Buschpiloten sind die Nordwest-Territorien und Nunavut langweilig. Tausende Meilen verdammter Tundra und
sonst nichts. Die Landschaft des Yukon ist da viel abwechslungsreicher."
Deswegen lebe er hier. Und wegen der Menschen. "Nur 35.000 wohnen
im Yukon, aber unter ihnen gibt es so viele Talente! Musiker, Schriftsteller, Ingenieure, Geologen. Ein Kerl hat einen Bohrer gebaut, der in Gletscher
drillen kann. Die NASA verwendet ihn jetzt auf dem Mars, aber sein Erfinder lebt noch immer in Whitehorse. Weil die Menschen es lieben, hier zu leben."
Das müssen sie auch: Der Yukon ist einer der unwirtlichsten Winkel der Welt. Das Territorium am nordwestlichen Ende Kanadas ist größer als
Deutschland, Dänemark, die Niederlande und Belgien zusammen
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http://www.zeit.de/entdecken/r…-kanada-landschaft-heimat
Servus, klaus54