Warum niemand „Merry Christmas“ sagt

  • Der Weihnachtsbaum am Rockefeller Center. Die Schlittschuhläufer im Central Park. Die Rockettes mit ihren rot-weißen Tanzkostümen. Die Schaufenster von Bloomingdale’s. Macy's oder Saks Fifth Avenue mit Weihnachtsdekoration.
    Überall in New York bimmelt es, überall leuchtet es, überall huschen Menschen mit Einkaufstaschen und Geschenken und durch die Straßen. New York ist die Weihnachtsstadt. Aber „Frohe Weihnachten“ sagt niemand.
    Stattdessen heißt es „Happy Holidays“, rufen sich die Menschen „frohen Urlaub“ zu. Warum das so ist, erscheint trivial, um beim genaueren Hinsehen einen interessanten Einblick in Amerika zu geben :!:
    Staat und Kirche sind in den USA viel stärker als in Deutschland getrennt. Eine für Europäer oft überraschende Sache, schwört doch der Präsident auf die Bibel, steht auf dem Dollarschein
    „Wir vertrauen in Gott“ oder ist oft von dem „Bibelgürtel Amerikas“ die Rede. Doch der Anschein trügt. Es gibt keine Kirchensteuer. Gott wird in der amerikanischen Verfassung nicht genannt. Als die „Gründungsväter“ 1787 das in
    den USA heilige Dokument verfassten, war das Land wie heute eines mit vielen Religionen. Calvinisten, Katholiken, Presbyterianer, Quäker oder Wiedertäufer – keiner sollte ausgeschlossen werden. Wer genau hinschaut in New York,
    wird fast immer auf öffentlichen Plätzen einen neunarmigen Leuchter neben dem Weihnachtsbaum stehen sehen, der an das jüdische Chanukka erinnert, das zur gleichen Zeit begangen wird.
    Es gibt auch keine gesetzlichen religiösen Feiertage. Die Feiertage beziehen sich alle auf die Geschichte Amerikas. Der wichtigste ist Thanksgiving, das am letzten Donnerstag im November als „Dankeschön“ der ersten
    Siedler zu gelungenen Ernte begangen wird. Auch andere Tage, wie Veterans Day, an dem Kriegsveteranen geehrt werden, oder Martin Luther Day in Gedenken an den schwarzen Bürgerrechtler, sind säkularen Ursprungs.
    Ihre strenge Sittenmoral ermöglichte die erste moderne Demokratie der Welt :thumbsup: Lange vor der amerikanischen Revolution herrschte auf kommunaler Ebene eine lebendige Demokratie in Neuengland, die der
    englische König duldete. Für ihn waren diese Kolonien nicht sehr wichtig und brachten weniger Geld als Indien oder andere Besitztümer. Nicht aus Zufall fand die „Tea Party“ und erste Revolution in Boston statt –
    der Hauptstadt der Puritaner.


    Hier der gesamte Bericht dazu: :wow: http://www.handelsblatt.com/po…istmas-sagt/14966748.html


    Servus, klaus54 :love_us: