Im Norden Floridas leben die stolzen Verlierer des amerikanischen Bürgerkriegs. Sie gelten als rassistisch, gewalttätig und gottesfürchtig. Eine Reise zu den Rednecks ![]()
Wir haben uns in Florida auf die Suche nach dem Geist der Südstaaten gemacht, den der Redneck wie kein anderer verkörpert. Und wahrscheinlich kann man diesem Geist kaum näher kommen
als bei Judy und ihrem Kollegen Daniel auf ihrem Boot am Panhandle. Der Florida Panhandle ist der Streifen oberhalb der nördlichen Golfküste, zwischen der Apalachee Bay und Pensacola. Die Strände bei
Panama City im Herzen des sogenannten Pfannenstiels werden sogar als Redneck Riviera bezeichnet, dort feiert das wilde Volk aus Tennessee, Mississippi, Georgia und Alabama am liebsten, weil man unter sich ist:
unter Südstaatlern. Im geografischen Süden Floridas sei alles zu clean, gestelzt, künstlich und schick, sagen sie, dort kaufen sich die Nordstaatler ihre Häuschen, die "New Yorker" .
Im Panhandle hingegen, so geht das Klischee, weinen die Südstaatler immer noch dem vor 150 Jahren verlorenen Bürgerkrieg nach und hissen trotzig die Konföderiertenflagge. Hier lässt man sich nichts sagen, liebt Gott und
verachtet den Teufel, der in Washington sitzt, vor allem wenn ein Demokrat im Weißen Haus regiert. Hier schätzt man seine Shotgun und beendet Diskussionen mit der Faust. Hier ist man unzähmbar, unbelehrbar,
gestrig, tieftraurig – und trotzdem gut drauf.
Redneck war früher nur ein Schimpfwort für einen Haudrauf aus dem Süden, dem bei der Feldarbeit die Sonne nicht nur den Nacken verbrennt, sondern auch das Hirn,
was sich in seinen schlichten, reaktionären Ansichten äußert. Doch mittlerweile verwenden es auch die Südstaatler mit trotziger Ironie für sich selbst: als Synonym für Freiheitsliebe, Tradition, Unabhängigkeit und Pioniergeist.
Man sieht hier im Norden Floridas überall Trailer stehen, einsam auf freigeschlagenen Wiesen, Wohnkästen aus Holz, flott abgestellt, und schon hat eine Familie ihr Eigenheim mitten im Wald. Sie sind irgendwie noch immer Siedler
wie ihre Vorväter. Der Trailer mag fast auseinanderfallen, aber davor steht oft ein schicker Pick-up. Der Pick-up, sagte Kimberly im Sonny’s, sei für den Redneck, was für den Cowboy das Pferd ist..... ![]()
weiterlesen hier:
http://www.zeit.de/entdecken/r…e-nordwesten-patriotismus
Servus, klaus54 ![]()