Hillary Clinton oder Donald Trump: Die Amerikaner wählen am Dienstag ihren Präsidenten. Während die Kandidaten die Emotionen hochgehen lassen,
wissen wir über den Wahlprozess wenig ![]()
1. Wie wird gewählt
In den Einzelstaaten und Wahlbezirken kommen verschiedenste Abstimmungsformen zur Anwendung. Stimmzettel sind eher selten. Ein Computer
wertet allenfalls die ausgefüllten Kreise bei den Kandidatennamen optisch aus. Oft werden Hillary Clinton oder Donald Trump durch Drücken eines Knopfes oder Berühren eines Bildschirms gewählt.
Oder man stanzt Markierungen ähnlich einer Lochkarte, was 2000 in Florida Auszählungsstreits bis hin zum Höchstgericht bewirkte. Manchmal muss für den Kandidaten der seinem Namen
nächstgelegene Hebel einer Maschine bewegt werden. In Oregon und Washington gibt es ausschließlich die Briefwahl ![]()
2. Stimmen alle Wähler gleichzeitig ab
Nein. In 42 von insgesamt 50 Einzelstaaten und dem District of Columbia kann bis zu 45 Tage vor dem Wahltag für Clinton oder Trump
votiert werden. Mindestens ein Drittel und vielleicht sogar fast die Hälfte macht davon Gebrauch. Die allerletzten Wahlkampfereignisse können also bloß noch einen Teil der Wähler beeinflussen.
Am Wahltag führt der Zeitunterschied dazu, dass späte Wähler im Westen erste Teilergebnisse von der Ostküste womöglich kennen.
3. Wer ist wahlberechtigt
Alle Staatsbürger, die älter als 18 Jahre sind, dürfen im In- oder Ausland ihre Stimme abgeben. Allerdings gibt es in den USA keine Meldepflicht des Wohnortes.
Daher sind automatisch erstellte Wählerlisten unmöglich. Die Selbsteintragung kann im Internet, auf (Partei- )Veranstaltungen oder bei Behörden erfolgen.
4. Wie wird der Sieger ermittelt
Eine Volkswahl wie bei uns ist beim US- Präsidenten unbekannt. In jedem Staat stimmt man für "Wahlmänner" - inzwischen natürlich auch Frauen -
von Clinton oder Trump. Der Erstplatzierte bekommt fast ausnahmslos alle Wahlmänner zugesprochen, nicht nur seinem Stimmenanteil entsprechend. Der Zweite erhält nichts. Wer im
Kollegium sämtlicher 538 Wahlmänner Anfang Dezember eine Mehrheit - also 270 - hat, wird Präsident
5. Warum ist das so kompliziert
Die Verfassungsgründer verhandelten einen Kompromiss, um den Präsidenten weder vom Volk noch im Senat wählen zu lassen. Die Zahl der Wahlmänner
pro Staat entspricht den Kongresssitzen. Das sind etwa drei in Montana und 55 in Kalifornien. Da es 435 Repräsentanten und 100 Senatoren gibt, macht das 535. Hinzu kommen
drei Wahlmänner für die Hauptstadt Washington, D.C.
6. Was sind "Swing States"
Weil sich die Anzahl der Wahlmänner indirekt nach der Bevölkerungszahl richtet, müssen große Staaten gewonnen werden. In Kalifornien (Clinton) oder
Texas (Trump) steht der Sieger bereits fest. Also geht es um die Schlüsselstaaten mit vielen Wahlmännern, wo das Rennen noch offen ist. Wer in zwei der drei Staaten Florida, Pennsylvania
und Ohio triumphiert, ist ziemlich sicher der Gesamtsieger.
7. Kann jemand ohne Stimmenmehrheit des Volkes Präsident werden
Ja. Siegt jemand in "seinen" Staaten knapp und verliert anderswo deutlich, liegt er bei der Gesamtanzahl
der Direktstimmen zurück. Trotzdem könnte er mehr Wahlmänner haben. Diese Situation gab es zwischen George Bush und Al Gore 2000.
8. Was passiert bei Gleichstand
Eine Stimmverteilung, nach der Clinton und Trump je 269 der insgesamt 538 Wahlmänner haben, ist möglich. Dann müsste das Repräsentantenhaus entscheiden.
9. Was passiert, wenn Wahlmänner sich nicht an die Volkswahl halten
Dazu sind sie vielerorts nicht formal verpflichtet. Theoretisch könnten in Staaten, wo Donald Trump überlegen in Führung
liegt, die Elektoren für Hillary Clinton sein. Oder eben umgekehrt. Selbst wenn es anderslautende Vorschriften gibt, so beträgt die Strafe für "treulose" Wahlmänner maximal 5000 US- Dollar.
Ihre abweichende Stimme bleibt aber gültig.
10. Wer wird gewinnen ![]()
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Der Historiker Allan Lichtman hat jede Wahl seit dem Jahr 1984 richtig vorhergesagt. Er erwartet einen Erfolg Trumps, weil seiner Einschätzung nach
mehr Begleitumstände (von der wirtschaftlichen bis zur militärischen Lage) zutreffen, unter denen die Amtsinhaber- Partei verliert.
Statistik- Guru Nate Silver geht von einer 70- prozentigen Wahrscheinlichkeit aus, dass Clinton gewinnt - Stand die letzten Tage, Tendenz sinkend. Es bleibt spannend......... ![]()
Hier der Bericht:
http://www.krone.at/welt/die-1…g-states-etc-story-537712
Servus, klaus54 ![]()