Unter der Endstation einer ratternden Hochbahn ganz im Südosten von New York City liegt Brighton Beach. Hinter der Bahnstrecke
schwappt der Atlantik an die Küste, im Sommer klingen quietschendes Kinderlachen und Wasserplanschen durch das Viertel, es riecht nach
Sonnenmilch und Salzwasser. Touristen kommen nur selten hierher, zu den Hochhäusern Manhattans braucht die Bahn etwa eine Stunde.
Außerhalb der Badesaison haben die Einwohner ihr Brighton Beach für sich. Dann wird zumeist Russisch gesprochen, denn fast jeder hier
stammt aus der früheren Sowjetunion. Geschäfte, Cafés und Restaurants reihen sich unter der Hochbahn auf der Brighton Beach Avenue aneinander.
"Kalinka Gifts", "Eugenias Corset Shop", "Paris Moda" und der "St. Petersburg Bookstore", fast alle Angebote werden in kyrillischen Buchstaben angepriesen.
"Man fühlt sich hier in dieser Gegend nicht in Amerika, um ehrlich zu sein", sagt Alina, die in einem Kleidungsladen arbeitet. "Es ist eigentlich eher wie in
Russland." Er stamme aus Aserbaidschan, sagt ein Kunde. "Amerika gefällt mir besser. In der Sowjetunion hatte ich kein Geld, keine Arbeit, nur Hunger."
Aber auch wenn der Ukraine-Konflikt in Brighton Beach angekommen sei, so versuchten die Menschen dort doch trotzdem an ihrer Toleranz festzuhalten.
Vasyl Machno arbeitet in der ukrainischen Gemeinde in Manhattan. Der Poet und Autor aus der Westukraine kam in den neunziger Jahren nach New York
und wohnt inzwischen im Viertel Staten Island. Brighton Beach fasziniert ihn. 2006 hat er ein Theaterstück über das Viertel geschrieben, aber dort leben will er nicht.
"Wenn ich nach Brighton Beach komme, denke ich, ich bin in der Sowjetunion. Es ist so anders als Amerika. Ich sehe nicht, dass Brighton Beach
irgendwie in die amerikanische Gesellschaft eingegliedert ist. Es wirkt festgefahren. Ich habe das Leben in der Sowjetunion nie gemocht.
Jeder Moment dort hat eine negative Erinnerung." ![]()
Hier der gesamte Artikel:
http://www.n24.de/n24/Wissen/K…-stadtteil-zerstoert.html
Servus, klaus54 ![]()