Der „Boss“ ist sauer, und zwar richtig. Auf seinem neuen Album bekommen raffgierige Wall-Street-Banker, unmoralische Aktienspekulanten und gnadenlose
Immobilienmakler so richtig ihr Fett weg. „Wrecking Ball“ ist eine wütende und ungeschminkte Bestandsaufnahme des heutigen Amerikas
Bruce Springsteen ist wütend. Wütend auf die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich in seiner Heimat, wütend auf die Gier der Wall Street,
wütend darüber, dass niemand für die Sünden der Vergangenheit verantwortlich gemacht wurde. Musikalisch bedient er sich in Songs wie „Shackled And Drawn“,
„Death To My Hometown“, „This Depression“ oder „Jack Of All Trades“ aus seinem klassischen Repertoire an Rock, Gospel und Irish Folk, schlägt aber mit
elektronischen Loops und sogar sanften Raps auch moderne, für ihn eher ungewohnte Wege ein
Wie schon auf seinen Alben „Nebraska“, „The Ghost Of Tom Joad“ oder „The Rising“ gibt Springsteen den Leidtragenden der Krise ein Forum:
Dem kleinen Mann aus der Arbeiterklasse, dem Familienvater, der seinen Job verloren hat, dem Hausbesitzer, der seine Hypotheken-Zinsen nicht mehr bezahlen kann.
„Meine Songs handelten schon immer von der Diskrepanz zwischen der amerikanischen Realität und dem ‚Amerikanischen Traum‘,
und der Beschreibung, wie weit die beiden an einem bestimmten Zeitpunkt auseinander klaffen‘
„Land Of Hope And Dreams“, das es 1999 schon in einer Live-Version gab, ist übrigens der letzte Song, auf dem der 2011 verstorbene
E-Street-Band-Saxofonist Clarence „Big Man“ Clemons zu hören ist. „Ich vermisse ihn sehr“, trauert Springsteen auch heute noch um seinen Freund,
„aber diesen Song mit ihm zu hören, ist ein wunderschöner Moment“. Denke, da werden wieder viele Titel auf meiner selbst zusammengestellter CD sein,
die mich im Mai durch Canada, Michigan und Illinois begleitet
Quelle: http://www.swr3.de
Servus, klaus54 ![]()