Alligatorjagd in Florida Reportage
Ein Alligator im Gartenteich. Das ist in Polk County West, im
Zentrum Floridas, keine Seltenheit. Auf einem Gebiet um die 2.000
Quadratkilometer gibt es mehrere Hundert Seen und unzählige Kanäle. Seit
Millionen von Jahren lebten die Alligatoren ungestört, bis der Mensch
kam.
Täglich ziehen Hunderte Neubürger aus dem Rest der USA in den
Sunshine State. Der Lebensraum der Echsen wird knapper. Immer häufiger kommt es
deshalb zum "Nachbarschaftsstreit" zwischen Mensch und Tier. Besorgte Bürger
rufen den Alligator-Trapper Scot Barbon, damit er ein mutmaßliches Problemtier
aus der Zivilisation entfernt. Doch Scot Barbon hat nicht für jede Beschwerde
über Alligatoren Verständnis, zum Beispiel bei Tieren, die gerade mal 1,20 Meter
kurz sind. "Die schaden niemandem und müssten nicht entfernt werden", sagt er,
obwohl er sein Geld damit verdient. Denn jedes gefangene Tier bringt er zu einem
Verarbeitungsbetrieb, der Fleisch und Häute verwertet und
weiterverkauft.
Ungefährlich sind Alligatoren allerdings nicht. Auf der
Insel Sanibel im Golf von Mexiko vor Florida verursachten ausgewachsene
Exemplare innerhalb von drei Jahren zwei Todesfälle. Daraufhin wurden in dem
Naturparadies während weniger Wochen 150 Tiere getötet. Doch die Stimmung hat
sich etwas beruhigt, seitdem man weiß, wie wichtig Alligatoren für das
ökologische Gleichgewicht sind. So nimmt ohne große Alligatoren die Zahl der
Vögel ab, weil sich Räuber wie die Waschbären ungehindert vermehren
können.
NDR Fernsehen Donnerstag, 11. September 2008 um 15:15 Uhr (bis 16:00 Uhr
Quelle:
http://www3.ndr.de/ndrtv_pages…SPM2376,00.html?id=266284