11.09. - Alligatorjagd in FloridaReportage

  • Alligatorjagd in Florida Reportage


    Ein Alligator im Gartenteich. Das ist in Polk County West, im
    Zentrum Floridas, keine Seltenheit. Auf einem Gebiet um die 2.000
    Quadratkilometer gibt es mehrere Hundert Seen und unzählige Kanäle. Seit
    Millionen von Jahren lebten die Alligatoren ungestört, bis der Mensch
    kam.


    Täglich ziehen Hunderte Neubürger aus dem Rest der USA in den
    Sunshine State. Der Lebensraum der Echsen wird knapper. Immer häufiger kommt es
    deshalb zum "Nachbarschaftsstreit" zwischen Mensch und Tier. Besorgte Bürger
    rufen den Alligator-Trapper Scot Barbon, damit er ein mutmaßliches Problemtier
    aus der Zivilisation entfernt. Doch Scot Barbon hat nicht für jede Beschwerde
    über Alligatoren Verständnis, zum Beispiel bei Tieren, die gerade mal 1,20 Meter
    kurz sind. "Die schaden niemandem und müssten nicht entfernt werden", sagt er,
    obwohl er sein Geld damit verdient. Denn jedes gefangene Tier bringt er zu einem
    Verarbeitungsbetrieb, der Fleisch und Häute verwertet und
    weiterverkauft.


    Ungefährlich sind Alligatoren allerdings nicht. Auf der
    Insel Sanibel im Golf von Mexiko vor Florida verursachten ausgewachsene
    Exemplare innerhalb von drei Jahren zwei Todesfälle. Daraufhin wurden in dem
    Naturparadies während weniger Wochen 150 Tiere getötet. Doch die Stimmung hat
    sich etwas beruhigt, seitdem man weiß, wie wichtig Alligatoren für das
    ökologische Gleichgewicht sind. So nimmt ohne große Alligatoren die Zahl der
    Vögel ab, weil sich Räuber wie die Waschbären ungehindert vermehren
    können.
    NDR Fernsehen Donnerstag, 11. September 2008 um 15:15 Uhr (bis 16:00 Uhr
    Quelle:
    http://www3.ndr.de/ndrtv_pages…SPM2376,00.html?id=266284